Bericht zur Finanzlage Krankenversicherung 2019

Für die Gesellschaften, die die Krankenzusatzversicherung Schweiz betreiben, haben wir anhand der Berichte dieser Gesellschaften zur Finanzlage 2019 Auswertungen vorgenommen und stellen im Folgenden Auszüge davon dar.

Es sind Berichte von Gesellschaft betrachtet worden, die nur die Krankenzusatzversicherung zeichnen.

Es wurden die Berichte der folgenden Gesellschaften ausgewertet

Agrisano Versicherungen AG
Assura S.A.
CONCORDIA Versicherungen AG
CSS Versicherung AG
EGK Privatversicherungen AG
Genossenschaft SLKK VERSICHERUNGEN
Groupe Mutuel Assurances GMA SA
Helsana Zusatzversicherungen AG
Innova Versicherungen AG
Intras Assurance SA
KPT Versicherungen AG
Mutuel Assurances SA
OEKK-Versicherungen AG
Sanitas Privatversicherungen AG
SWICA Versicherungen AG
Sympany Versicherungen AG
Visana Versicherungen AG

Bruttoprämie

Im Benchmark wird die durchschnittliche Bruttoprämie dargelegt. Sie beträgt etwa 500 Millionen Schweizer Franken und blieb  von 2018 auf 2019 recht stabil. Die Bruttoprämien variieren von Gesellschaft zu Gesellschaft sehr stark. Helsana weist die grösste Bruttoprämie von knapp 1.8 Milliarden Franken aus. Auf der anderen Seite gibt es mit Agrisano, SLKK und EGK beispielsweise Gesellschaften mit einer relativ tiefen Prämie, deren Geschäftstätigkeiten allerdings auch Spezialitäten aufweisen.

Schadenquote

Die durchschnittliche Schadenquote beträgt knapp 70% und ist von 2018 auf 2019 leicht gestiegen. Die Schadenquoten bewegen sich in einer Bandbreite von knapp 60% (CSS in 2018) bis knapp 90% (Intras in 2019). 

Kostenquote

Die Kostenquote beträgt im Durchschnitt knapp 20%. Sie variiert von 10% bei der Intras mit der tiefsten Kostenquote bis hin zur Groupe Mutuel mit einer Kostenquote von fasst 35% in 2019. Im Jahr 2018 war diese bei der Groupe Mutuel noch bei gut 20% gelegen.

Combined Ratio

Die Combined Ratio, hier werden Schadenaufwand und Kosten in Relation zu den Prämien gesetzt, liegt im Mittel bei knapp 90%. Einige Gesellschaften weisen eine Combined Ratio von etwa 80% aus, was als untere Grenze angesehen werden kann. Hierzu zählen die Agrisano, Assura, EGK und Swica. Keine Gesellschaft weist eine Combined Ratio von mehr als 100% aus.

Anlageertrag

Der Anlageertrag ist von 2018 zu 2019 deutlich gestiegen, was im Allgemeinen aufgrund der guten Performance der Kapitalmärkte im Jahr 2019 zurückzuführen ist. 

Die Gesellschaften weisen sehr starke Unterschiede in der Anlageperformance aus. Spitzenreiter ist die Sympany mit über acht Prozent im Jahr 2019. Hingegen weist die Sanitas für 2019 sogar einen leichten Verlust aus.

Gewinn

In diesem Bild wird der Jahresgewinn nach Steuern in Relation zum marktnahen Wert der Aktiven betrachtet. Im Durchschnitt stieg dieser von 2018 zu 2019 von 2% auf 4%. Wesentlicher Treiber dieses guten “Jahrganges” dürften die Anlageerträge gewesen sein. KPT und Mutuel wiesen in 2018 einen Verlust aus. 

SST

Im Durchschnitt weisen die Versicherer einen SST-Quotienten von etwa 300% aus, was man als eine sehr gute Kapitalisierung betrachteten kann, die Spielraum bieten sollte, die Risiken effizienter zu bewirtschaften.

EGK sticht im Jahr 2019 mit einem SST-Quotienten von über 600% hervor, welcher sich von 2018 zu 2019 massiv erhöht hat. Gemäss der Darlegung in ihrem Bericht zur Finanzlage ist dies aufgrund von Weiterentwicklungen im SST-Standardmodell begründet.

Intras weist im Jahr 2019 den tiefsten SST-Quotieten von 101% aus. Auch der SST-Quotient der Assura ist in den Jahren 2019 und 2018 deutlich unterdurchschnittlich.  

SST Passiva

In diesem Bild wird die prozentuale Zerlegung der Passivseite in der SST-Bilanz in Best Estimate Liability (BEL), Others, dem Kernkapital und ergänzendem Kapital dargelegt. Das risikotragende Kapital setzt sich dann aus dem Kernkapital und dem ergänzenden Kapital zusammen.

Interessanterweise weisen eine Reihe von Gesellschaften einen negativen Anteil in der Bewertung der BEL aus. Sie wird damit im Grunde zu einem Aktivum. Die BEL beschreibt den Barwert der zukünftigen Leistungen abzüglich dem Barwert der zukünftigen Prämien. Ist dieser Wert negativ so wird für die Zukunft angenommen, dass die Leistungen weniger als die Prämien betragen werden und somit einen Gewinn generieren. Hierin spiegeln sich auch die guten oben dargelegten Combined Ratios wider. Assura erscheint hier allerdings eine Ausnahme zu sein, ihre Combined Ration beträgt ca. 80% und ihre BEL nimmt einen positiven Wert an, der sogar einen hohen Anteil an der Passivseite der SST-Bilanz ausmacht.

Solche zukünftigen Margen werden für das 1-Jahresrisiko (in diesem Falle für die Risiken des Jahres 2020) herangezogen, dies bei einem zukünftigen Betrachtungszeitraum, der sich über viele Jahrzehnte erstreckt.

Gerade bei CSS, Groupe Mutuel , OEKK und Sympany haben solche zukünftigen Margen einen Anteil von über 20%, der entsprechend auch zum risikotragendem Kapital beiträgt.

Sanitas und Sympany sind die einzigen Gesellschaften, die ein ergänzendes Kapital ausweisen.

Risikotragendes Kapital

Im diesem Bild wird das risikotragende Kapital (RTK) in Relation zu dem marktnahen Wert der Aktiven gesetzt. Im Durchschnitt lag dieser Wert bei fast 100%. In dem Sinne wäre die gesamte Passiva risikotragend und damit fast ohne Liablities.

Der Quotient weist eine hohe Bandbreit aus. Spitzenreiter ist die CSS mit fast 160%, wo hingegen Assura einen Wert von nur 40% ausweist. Sanitas hat von 2018 zu 2019 den Anteil fasst vervierfacht.

Zielkapital

Dieses Bild zeigt eine Zerlegung des Zielkapitals nach dem versicherungstechnischem Risiko, dem Marktrisiko, dem Kreditrisiko, dem Mindestbetrag und Sonstiges und den Diversifikationseffekten aus.

Das Bild zeigt deutliche Unterschiede der verschiedenen Risiken der Gesellschaften auf.