Betriebsrechnung BVG 2020

Die Betriebsrechnungen BVG 2020 wurden gegen Ende Mai 2020 von den jeweiligen Lebensversicherern veröffentlicht. Die Daten der Swiss Life, Axa, Basler, Helvetia, Allianz Suisse, Pax, Mobiliar und Zürich wurden ausgewertet und hier in Teilen dargelegt. Bei Bedarf stellen wir Ihnen weitere detaillierte und massgeschneiderte Informationen gerne zur Verfügung.

 Swiss Life, Basler, Helvetia, Allianz Suisse und Pax sid diejenigen Lebensversicherer, die das Produkt „Vollversicherung“ nach wie vor anbieten. Neben der Axa, bieten die Zürich und die Mobiliar keine Vollversicherungen an.

Die Daten des Jahres 2019 war durch den Ausstieg der Axa aus der Vollversicherung geprägt. Auch im Jahr 2020 setzte sich der Rückgang der Anzahl der Vollversicherten fort – diesmal bei allen Versicherern.

Ausgewertet werden die Jahre 2018 bis 2020.

Entwicklung der aktiv Versicherten in Tausend

 
  • Die Anzahl der aktiv Versicherten ist in den drei Jahren 2018 bis 2020 mit etwa 1.8. Millionen aktiv Versicherten gleich geblieben.
  • Die Anzahl der Vollversicherten ging in 2020 um weitere 55 000 zurück auf nun 726 000. Diejenigen der übrigen aktiven Versicherten erhöhte sich entsprechend von 1 084 000 auf 1 139 000.
  • Die Anzahl der aktiv Versicherten der Axa  stieg in 2020 wieder. Sie konnte die Anzahl der übrigen aktiv Versicherten um 43 000 erhöhen.
  • Swiss Life verzeichnete einen Zugang der Aktiven um 7 000, jedoch ging die Anzahl der Aktiven in der Vollversicherung um 4 000 zurück. Swiss Life versichert gut die Hälfte aller aktiv Vollversicherten.
  • Helvetia musste in 2020 einen starken Rückgang der Anzahl der Aktiven um 25 000 verzeichnen, nachdem sie im Jahr davor noch zulegen konnte. 
  • Mobiliar konnte in beiden Jahren jeweils einen Zuwachs von etwa 13 000 Versicherten erzielen.

Entwicklung der Rentenbezüge

  • Die gesamte Anzahl der Rentenbezüger ist in 2020 um etwa 1 000 gestiegen..
  • Bei Swiss Life sind etwa 32% aller Rentenbezüger versichert. 
  • Bei Axa werden neue „Verrentungen“ seit dem Ausstieg aus der Vollversicherung nicht mehr versichert, was den stetigen Rückgang erklärt.

Asset Allokation

  • Im Allgemeinen gab es bei der Asset Allokation in 2020 keine grossen Verschiebungen im der Betrachtung zum Jahresende. Dies trotz der pandemiebedingten Turbulenzen auf den Kapialmärkten.  
  • Die Anlage in Obligationen CHF  in Fremdwährungen (FW) bilden mit im Durchschnitt über 60% die wesentliche Anlageklasse.
  • Für die Pax und  die Zürich sind die Anlage in flüssige Mittel und Obligationen mit über 70% die beliebtesten Anlageklassen.

Anteil des überobligatorischen Altersguthabens

  • Das überobligatorischen Altersguthaben unterliegt nicht der BVG-Mindestverzinsung und nicht der Verrentung mit dem BVG-Mindestumwandlungssatz. Je grösser dieser Anteil ist, desto geringer lasten die nicht marktkonformen BVG-Mindestleistungen auf den Büchern der Versicherer.
  • Der Anteil ist zwar bei der Zürich am grössten. Da dieser Teil der Deckung seit längstem in der Abwicklung ist, kann er nicht als Vergleichsgrösse herangezogen werden. Analoges gilt für die AXA
  • Mobiliar bietet diese Deckung nicht an.
  • Bei der PAX ist der überobligatorische Teil am geringsten und bei der Swiss Life am höchsten, sie konnte den Anteil in 2020 leicht ausbauen.

Technischer Zins & Verstärkung von Rentendeckungsrückstellungen

  • Im Jahr 2020 wurde wieder der technische Zinssatz mit dem die laufenden Rentenleistungen bewertet werden von den meisten Gesellschaften gesenkt. 
  • Mobiliar wendet den tieftsten technischen Zins an.
  • Zur Verstärkung der Rückstellungen für Rentenleistungen werden erhebliche Rückstellungs-Verstärkungen vorgenommen.
  • Sie liegen bei den meisten Gesellschaften bei etwa 20%.
 

Überobligatorische Umwandlungssätze und Rückstellungen für zukünftige Umwandlungssatzverluste

  • Im Jahr 2020 wurden die überobligatorischen Umwandlungssätze von einigen Gesellschaften reduziert.
  • Der überobligatorische Umwandlungssatz ist bei den Männern aufgrund der späteren Pensionierung und der geringeren Lebenserwartung in der Regel höher.

Um die zukünftigen Verluste aufgrund zu hoher Umwandlungssätze, vornehmlich des obligatorischen Umwandlungssatzes von 6.8%, abzuferdern, werden Rückstellungen gebildet.

Gegenwärtig modifizieren die Vollversicherer die Verrentung. Sie wenden nicht mehr einem gesplitteten Umwandlungssatz (einen für die obligatorischen und einen für die überobligatorischen Leistungen) an, sondern gehen über  zu einem quasi umfüllenden Umwandlungssatz. Dies reduziert die Rentenhöhe und damit auch die zukünftigen  Umwandlungssatzverluste.

  • In Relation zu den Altersguthaben weisen die Rückstellungen für zukünftige Umwandlungssatzverluste ein heterogenes Bild auf.
  • Die beiden „Nicht-Vollversicherer“ Axa und Zürich weisen die tiefsten Quoten aus.
  • Die Mobiliar bietet diese Deckung nicht an
  • Bei der Pax hingegen werden knapp 3.5% des Altersguthabens für zukünftige Umwandlungssatzverluste reserviert. Dies mag ihrem hohen obligatorischem Anteil an dem Altersguthaben geschuldet sein.
  • In 2020 konnte Swiss Life weiterhin diese Quote deutlich reduzieren.

Kostenprämie

  • Die Kostenprämie pro aktiv Versicherten ist in den drei Jahren bei den meisten Anbietern relativ stabil geblieben. 
  • Sie ist bei der Mobiliar mit 91 Franken im Verhältnis zu den anderen Anbietern deutlich am tiefsten. Und bei Allianz Suisse und Pax mit über 620 Franken am höchsten.
  • Axa (minus 9%), Mobiliar (minus 14%) und Zürich (minus 7%) haben die Kostenprämie in den drei Jahren stetig reduzieren können.

Schadenquote und Combined Ratio

  • Die Schadenquoten weisen im Allgemeinen ein heterogenes Bild auf. 
  • Diejenigen der Swiss Life sind jedoch  eine Ausnahme. Sie sind in den drei Jahren im Total und in dem Geschäft, welches der Mindestquote unterstellt ist, recht stabil.
  • Bei Axa steigen die Schadenquote während der drei Jahren deutlich an.
  • Zürich weist auch steigende Schadenquoten aus und für das Jahr 2020 sogar eine von 120%.
  • Bei Allianz Suisse und Pax sind die Schadenquote in 2020 deutlich gestiegen. 

Die Betrachtung der Combined Ratio bietet auch ein heterogenes Bild.

  • Swiss Life weist auch hier ein stabiles Bild und eine Marge von gut 20% aus.
  • Pax und Zürich weisen in 2020 eine Combined Ratio von über 100% aus.
  • Allianz Suisse und Axa eine von knapp unter 100%

Aktionärssicht

Hier wird die Ausschüttungsquote und ein „Return on Capital“ betrachtet. Als „Capital“ wurde pauschal und sehr vereinfachend 10% der versicherungstechnischen Rückstellungen angenommen. Das Zielkapital im SST der Lebensversicherer weist grob diese Grössenordnung aus. Es wird eine Bewertung des Ergebnisses der Betriebsrechnung (somit vor Steuern) in Relation zu diesem Capital betrachtet. 

  • Die Ausschüttungsquote ist zwischen den einzelnen Gesellschaften sehr heterogen.
  • Bei Allianz Suisse beträgt sie in allen drei Jahren  90%.
  • Zürich weist in 2020 die höchste Ausschüttungsquoten aus.
  • Bei Axa zeigt sich, dass der RoC nach dem Ausstieg aus der Vollversicherung deutlich zugenommen hat und etwa 5% beträgt.
  • Bei Swiss Life ist der RoC stark fallend. Eine Ursache könnte das hohe Wachstum sein.
  • Und bei Helvetia steigt der RoC stetig.